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  • 06.02.2014

EU-Qualitätssiegel: Wie schwäbisch sind (schwäbische) Spätzle?

EU-Qualitätssiegel_Kollage_F. Wöhrlin

Mit Schwäbischen Spätzle, Schwarzwälder Schinken oder Filderkraut verbinden Verbraucher nicht nur Lebensmittel mit einem bestimmten Geschmack. Sie erwarten auch, dass diese Produkte aus der besagten Region stammen. Drei verschiedene EU-Gütezeichen geben Sicherheit bei regionalen und traditionellen Lebensmitteln.

Viele Menschen schätzen aus gutem Grund Lebensmittel mit regionaler Herkunft. Damit sich der Verbraucher beim Einkauf sicher sein kann und um zu verhindern, dass Produktbezeichnungen wie Schwäbische Maultaschen missbräuchlich verwendet werden, hat die EU eine spezielle Kennzeichnung für derartige Erzeugnisse entwickelt: Seit 1992 können die geografische Herkunft bzw. der Ursprung eines Lebensmittels durch verschiedene Gütesiegel ebenso geschützt werden wie eine traditionelle Herstellungsweise. Die EU sorgt damit dafür, dass die besonderen und traditionellen Merkmale dieser Lebensmittel bewahrt werden.

EU-Gütesiegel: So sehen sie aus und das bedeuten sie

Herkunftsgeschützte sowie traditionell hergestellte Lebensmittel und Erzeugnisse sind auf der Verpackung mit einem EU-Gütesiegel gekennzeichnet.

1. Geschützte Ursprungsbezeichnungsbezeichnung (g.U.):

© Europäische Union Das EU-Gütezeichen "g.U." garantiert, dass ein Produkt in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erzeugt, verarbeitet und hergestellt wurde. Alle Produktionsschritte erfolgen also in dem entsprechenden Gebiet.

Zu den Produkten, die dieses Zeichen tragen, gehört beispielsweise der Allgäuer Emmentaler. Die Hersteller dieses Käses dürfen nur Milch aus dem Allgäu verwenden. In den Allgäuer Käsereien wird der Käse dann nach einem Verarbeitungsverfahren mit langer regionaler Tradition hergestellt.

2. Geschützte geografische Angabe (g.g.A.):

© Europäische Union Auch das EU-Gütesiegel „g.g.A.“ ist auf Produkten zu finden, die man mit einer bestimmten Region verbindet. Im Gegensatz zum EU-Gütezeichen „g.U.“ muss allerdings nur ein Produktionsschritt tatsächlich auch in der genannten Region durchgeführt werden. So kann zum Beispiel die Endzubereitung dort erfolgen. Die Zutaten können jedoch aus einer oder mehreren anderen Regionen stammen.

Echte Schwäbische Spätzle dürfen beispielsweise das g.g.A.-Zeichen tragen. Dazu müssen sie nach einer entsprechenden Rezeptur in Schwaben hergestellt worden sein.

3. Garantiert traditionelle Spezialität (g.t.S.):

© Europäische Union Bei Produkten mit dem g.t.S.-Gütesiegel steht die traditionelle Zusammensetzung des Lebensmittels oder ein traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren im Vordergrund. Das EU-Gütesiegel bezieht sich nicht auf die Herkunft des Produktes. Die Erzeugnisse können überall in der EU hergestellt worden sein.

Mozzarella oder Serrano-Schinken beispielsweise tragen oft dieses Zeichen. Aktuell gibt es allerdings keine deutschen Produkte mit dem g.t.S.-Gütesiegel.

Derzeit sind in Deutschland nach Angaben der EU-Kommission 73 Produkte registriert, die ein EU-Gütesiegel tragen. Davon entfallen neun Lebensmittel auf das Gütesiegel „Geschütze Ursprungsbezeichnung“ (g.U.) und die restlichen auf das Gütesiegel „Geografisch geschützte Angabe“ (g.g.A.). Aktuell gibt es in Deutschland kein Produkt mit dem Gütesiegel „Garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.). Europaweit tragen insgesamt über 100 Produkte eines der EU-Gütesiegel. Mehr als die Hälfte aller Produkte wurden in Italien, Frankreich und Spanien eingetragen.

Tipp: Welche Produkte mit einem EU-Gütesiegel sind im Handel zu finden? Eine von der EU geführte Datenbank gibt Aufschluss.

Wie sich die Lebensmittel mit geschützter geografischer Herkunft über Deutschland verteilen, sehen Sie auf der Karte vom Leibnitz-Institut für Länderkunde


Quellen:


Autorin: Dr. Claudia Müller, Bonn
Bildautorin: Qualitätssiegel: © Europäische Union; Kollage: Friederike Wöhrlin

Hil 02/14

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