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  • 22.03.2018
Citronensäure und Essig

Einfache Hausmittel für mehr Glanz in der Küche

Weniger ist oftmals mehr – das gilt auch für Putz- und Reinigungsmittel im Haushalt. Eine Vielzahl von ihnen lassen sich durch wenige Hausmittel ersetzen. Das spart nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Plastikmüll und Platz.
Einen Reiniger für das Kochfeld, einen für den Backofen und einen Edelstahlreiniger, dazu die Reiniger für das Bad, den Boden und das Glas. Schnell kommt eine Palette von Putzmitteln im Haushalt zusammen. Glaubt man der Werbung, ist für jede Anwendung ein spezielles Produkt notwendig. Die meisten der Reiniger sind allerdings überflüssig. Es gibt einfache Hausmittel wie Essig, Zitronensäure, Soda und Natron, die seit Generationen die meisten Putzherausforderungen im Haushalt spielend meistern.

Mit Essiglösung Kalkflecken entfernen

Zum Reinigen taugt der normale Essig mit einem Säuregehalt von fünf Prozent, der auch ins Salatdressing kommt und deshalb sowieso in den meisten Haushalt vorhanden ist. Den Essig auf die verschmutze Stelle geben, zunächst etwas einwirken lassen und dann erst abwischen. So lösen sich die kalkhaltigen Flecken auf Fensterglas, Spülbecken und Wasserhähnen leichter.
Wer Essigessenz mit 25 Prozent Säure kauft, sollte das Konzentrat entsprechend verdünnen: Zu 1 Teil Essigessenz 4 Teile Wasser geben, um Essig zu erhalten. Nur besonders hartnäckige Kalkrückstände lassen sich besser mit der unverdünnten Essigessenz entfernen.
Ein Gemisch aus 1 Teil Essig und 4 Teilen Wasser eignet sich auch als Glasreiniger. Einfach in eine Sprühflasche füllen und genauso verwenden wie herkömmlichen Glasreiniger.

Tipp: Wer den stechenden Geruch von Essig nicht mag, kann die Flüssigkeit mit Zitronen- oder Orangenschalen versetzen oder ein ätherisches Öl hinzugeben und dem Reiniger somit einen Hauch Frische verleihen.

Essigreiniger sind allerdings aufgrund der enthaltenen Essigsäure und des relativ niedrigen Gehalts an Tensiden, also an waschaktiven Substanzen, im Gegensatz zu Allzweckreinigern nicht für alle Reinigungsarbeiten zu empfehlen. Vorsicht ist zum Beispiel bei Dichtungen aus Weichplastik und Silikonfugen geboten, da Essig die Weichmacher in der Masse angreifen kann und sie dadurch ihre Elastizität verlieren. Da nur wenige wissen, welche Art von Dichtungen in Kaffeeautomaten und bei Strahlreglern enthalten ist, ist es sicherer mit Zitronensäure zu entkalken.

Wichtig: Entkalken Sie ein Haushaltsgerät, egal mit welchem Mittel, informieren Sie alle Familienmitglieder, besonders Kinder, und heften Sie einen Hinweiszettel ans Gerät. So kommt es nicht zu einem sauer schmeckenden Tee oder gar zu Verletzungen.

Saure Alternativen

Eine Alternative zum Essig ist Zitronensäure – auch Citronensäure geschrieben. Sie löst Kalk, aber niemals Weichmacher, Silikon und Gummi. Im Handel ist sie als Pulver oder Flüssigkeit erhältlich.
Einfach zwei bis drei Esslöffel Zitronensäure mit Wasser mischen, in eine Flasche füllen und die Fläche oder das Haushaltsgerät entsprechend entkalken. Beim Erhitzen kann sich aus Zitronensäure und Kalk ein ebenfalls harter weißer Belag, das Calciumcitrat, bilden. Daher wird empfohlen, die Lösung nicht zu stark zu erhitzen. Willkommener Nebeneffekt: Bei der Verwendung von Zitronensäure ergibt sich automatisch ein angenehmer frischer Duft beim Reinigen.

Wie der Name bereits verrät, ist Zitronensäure in Zitronen enthalten, weshalb auch die Zitrusfrucht als Entkalker dienen kann. Dafür die Frucht halbieren und auspressen oder beispielsweise die Innenwände des Wasserkochers damit einreiben, mit Wasser auffüllen und die Flüssigkeit erwärmen. Wichtig ist, dass keine Zitrusreste an den Geräten hängen bleiben.
Bitte beachten: Das Putzen mit sauren Reinigern schadet Fugen und einigen Gesteinsarten wie Marmor – egal welche Art von Säure enthalten ist.

Natron oder Soda für einen sauberen Backofen

Wenn der Backofen oft zum Einsatz kommt, geht auch mal was daneben. Wird der Ofen nicht gleich gereinigt, haben Speisereste Zeit einzutrocknen und mit jedem Backen weiter zu verkrusten. Um hartnäckigen Schmutz loszuwerden, gibt es ein einfaches Hausmittel, das Natron (Speisesoda). Dabei handelt es sich um Natriumhydrogencarbonat, das im Handel auch als Kaiser Natron, Bullrich-Salz oder Natriumbicarbonat erhältlich und zudem Bestandteil von Backpulver ist. Zum Backofenreinigen Natron oder auch Backpulver mit Wasser zu einer Paste anrühren und auf die verschmutzen Stellen auftragen. Das Ganze einwirken lassen und feucht abwischen. Ohne Schrubben werden so nicht nur der Backofen sauber, sondern auch Pfannen, Töpfe und Backbleche.

Alternativ kann Eingebranntes auch mit Soda entfernt werden. Bei dem natürlichen Putzmittel handelt es sich um Natriumcarbonat, meist unter dem Namen Waschsoda oder reines Soda erhältlich. Es ist nicht zu verwechseln mit Speisesoda, also Natron. Für den Gebrauch einfach etwa einen Esslöffel Sodapulver mit einem Liter Wasser in den Topf geben und kurz aufkochen.

Tipp: Allzweckreiniger selbst herstellen
1 Teelöffel fein geraspelte Kernseife in etwa 1 viertel Liter Wasser warmem Wasser auflösen, dann 1 Teelöffel Natronpulver und ein Spritzer Zitronensaft dazugeben und abkühlen lassen.

All diese traditionellen Hausmittel sind preiswert selbst herzustellen, vielfältig zu nutzen und sparsam in der Anwendung. Zudem fällt weniger Plastikmüll an. Sie schonen also gleichzeitig Umwelt und Geldbeutel. Und worüber sich jede Hausfrau und jeder Hausmann freut: Sie brauchen anstatt der vielen Reinigungsmittel deutlicher weniger Platz im Putzschrank.

Autorin: Dr. Claudia Müller, Bonn
edited: Martina Schäfer, Hauswirtschaftliche Fachberatung, Haushaltsexpertin beim SWR
Foto: clipdealer.de

Quellen:

Wo 03/18

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