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  • 21.06.2018
Johannisbeeren

Johannisbeeren – Klein, aber beerenstark

Alljährlich im Sommer ist Hochsaison für leckeres Beerenobst, das es in sich hat – allen voran unsere heimische Johannisbeere. Dabei zeigen sich die eher säuerlichen kleinen Kugeln so vielfältig wie lecker.

Im Norden Deutschlands als Ahlbeere und im Süden eher als Träuble oder Ribisel bekannt, findet die Johannisbeere von Mitte Juni bis Ende August in die Münder aller Beerenobstgenießer. Die nur sechswöchige Saison ist kurz und sollte daher voll ausgekostet werden. Zwar blühen die Johannisbeeren sehr früh und sind daher auch spätfrostgefährdet, die ersten Sorten werden aber erst um den Johannistag am 24. Juni reif. Johannes der Täufer gab somit der Johannisbeere ihren Namen.

Weltweit gibt es bis zu 160 Arten, viele davon sind lediglich Zierpflanzen, die wohlduftenden Blüten der Schwarzen Johannisbeere werden sogar zur Parfumherstellung verwendet.

Die Rote Johannisbeere mit weißen und roten Sorten als auch die Schwarze Johannisbeere zählen allesamt zu den Stachelbeergewächsen. Interessante Kreuzungen wie die aus Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere bringen die Jostabeere hervor und sorgen für eine zusätzliche Geschmacksvielfalt.

Von sauer bis herb

Während rosa und rote Johannisbeeren eher säuerlich bis sauer schmecken, haben die schwarzen Johannisbeeren weniger Säure und zeichnen sich stattdessen durch ein ziemlich herbes und leicht bitteres Aroma aus. Die weiße Johannisbeere, auch Champagnerbeere genannt, ähnelt geschmacklich der roten, ist aber deutlich süßer. Je nach Geschmack eignen sich die verschiedenen Sorten für ganz unterschiedliche Spezialitäten. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist etwa der aus Frankreich stammende Cassis, ein dunkler Likör mit fruchtigem Aroma aus Schwarzen Johannisbeeren.

Fruchtig, frostig, fabelhaft

Achten Sie beim Kauf von Johannisbeeren darauf, dass sie prall und unverletzt aussehen. Ein Zeichen für Frische und gute Qualität sind auch an den Rispen verbliebene Blätter: Sind sie noch grün und nicht verwelkt, lohnt sich das Zugreifen. Da Johannisbeeren empfindliche Früchte sind halten sie sich im Kühlschrank nur etwa zwei bis drei Tage. Die Beeren lassen sich auch hervorragend einfrieren. Vor der Zubereitung sollten matschige Früchte aussortiert werden, die Rispen dann unter fließend kaltem Wasser abgebraust und mit Hilfe des Zinkens einer Gabel von den Rispen abgestreift werden.

Viel Gutes dran und drin

Ernährungsphysiologisch gilt die Johannisbeere als das wertvollste Beerenobst – ein echtes heimisches Superfood. Sie sind reich an Ballast- und Mineralstoffen wie Kalium und Eisen. Insbesondere die Schwarze Johannisbeere punktet zudem mit einem weit überdurchschnittlichen Gehalt an Vitamin C. Greifen Sie also reichlich zu und verfeinern Sie mit den Beeren Kuchen und süße Speisen, machen Sie Gelee, Saft oder Sorbet – echte Sommerklassiker. Aber auch als Chutney geben Johannisbeeren eine hervorragende Note ab und glänzen dann als fruchtige Komponente zu Wild oder kaltem Braten.

Nicht nur die Beeren auch die Blätter lassen sich nutzen. In der Naturheilkunde werden die getrockneten Blätter der Johannisbeere auch als Tee eingesetzt. Ein solcher sollgegen rheumatische Beschwerden und Durchfall helfen. Schon im zwölften Jahrhundert galten Johannisbeeren als Naturheilmittel bei Hautproblemen. Der Saft der Schwarzen Johannisbeere soll darüber hinaus bei Heiserkeit und Erkältung helfen.

Rezepte:

Autorin: Kati Voss
Foto: F. Wöhrlin

Quellen:

Wo 06/18

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