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Gesundheit & Hygiene
  • 27.11.2014

Ist die neue Allergenkennzeichnung auch bei Kuchenbasaren und Vereinsfesten vorgeschrieben?

gesunde Leckereien_E.Lehnert

Seit Inkrafttreten der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung am 13. Dezember 2014 muss auch bei offen abgegebenen Lebensmitteln über mögliche Allergene wie z.B. Erdnüsse, Weizen, Milch oder Sellerie informiert werden.

Was besagt die neue Lebensmittel-Informationsverordnung

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, kurz: LMIV) stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.

Für Allergene gelten in Zukunft noch mehr Kennzeichnungspflichten: Schon heute müssen die Hersteller in der Zutatenliste allergene Zutaten deutlich kennzeichnen. Zukünftig sind sie zusätzlich optisch hervorzuheben, etwa durch eine andere Schriftart oder eine andere Hintergrundfarbe. Außerdem gibt es zusätzlich eine Informationspflicht zu Allergenen sogar für unverpackte Lebensmittel. So kann der Verbraucher auch in Restaurants, Kantinen und Imbissen ebenso wie an Verkaufstheken über allergene Bestandteile in den Speisen informiert werden.

Die Kennzeichnungspflicht gilt für Unternehmer, nicht aber für Ehrenamtliche

Die LMIV gilt nur für Lebensmittelunternehmen, wobei der Unternehmensbegriff eine gewisse Kontinuität und einen gewissen Organisationsgrad voraussetzt. Schüler und Eltern, die für eine Schulveranstaltung oder einen Wochenmarktstand zur Aufbesserung der Klassenkasse Kuchen oder Plätzchen backen, sind daher von den Vorschriften nicht betroffen und müssen auch weiterhin mögliche Allergene in diesen Waren nicht angeben.

In der LMIV steht im Erwägungsgrund (15): „Das Unionsrecht sollte nur für Unternehmen gelten, wobei der Unternehmensbegriff eine gewisse Kontinuität der Aktivitäten und einen gewissen Organisationsgrad voraussetzt. Tätigkeiten wie der gelegentliche Umgang mit Lebensmitteln und deren Lieferung, das Servieren von Mahlzeiten und der Verkauf von Lebensmitteln durch Privatpersonen z. B. bei Wohltätigkeitsveranstaltungen oder auf Märkten und Zusammenkünften auf lokaler Ebene sollten nicht in den Anwendungsbereich dieser Verordnung fallen.“ Somit hat der EU-Gesetzgeber die Kennzeichnungs- ebenso wie bereits die Hygienevorschriften auf Lebensmittelunternehmen beschränkt. Derjenige, der gelegentlich und im kleinen Rahmen Lebensmittel handhabt, zubereitet, lagert oder Speisen zubereitet (z. B. Kirchen, Schulen oder anlässlich von Dorffesten oder anderen Ereignissen, wie etwa Wohlfahrtsveranstaltungen, für die freiwillige Helfer Lebensmittel zubereiten) ist dagegen nicht als ein „Unternehmen“ anzusehen. Für derartige Veranstaltungen greifen lediglich die Grundlagen des Lebensmittelrechts, d. h. es dürfen nur sichere Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden.

Unabhängig davon empfiehlt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Allergenkennzeichnung auch bei solchen Produkten (siehe "Leitfaden für Vereins- und Straßenfeste" )

Tipp: Am 4. November 2014 fand in Stuttgart eine Fachtagung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Baden-Württemberg, zur Allergenkennzeichnung in der Außer-Haus-Verpflegung statt. Die Beiträge und weitere Informationen zur Allergenkennzeichnung finden Sie unter www.ahv-bw.de .

Quellen:


Autoren: Birgit Bienzle, Martina Ehrentreich

Bildautorin: Elke Lehnert

RS 11/14

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