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Ernährungsbildung
  • 09.03.2017

Gemeinsam essen- so kann es entspannt zugehen

Das gemeinsame Essen ist für Kinder eine wichtige Erfahrung, denn sie können sich Tischsitten abschauen und nehmen nach und nach unbewusst die Ernährungsgewohnheiten der Eltern an. Ein gutes Vorbild zählt dabei mehr als viele Worte. Damit diese gemeinsame Mahlzeit entspannt abläuft, gibt es einige Tricks.

Klare Regeln geben Kindern Halt

Jede Familie hat einige Vorlieben, Rituale und Umgangsweisen bei Tisch. Sie geben Ihrem Kind Sicherheit, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und einen Rahmen, in dem es sich bewegen kann. Wenn sich die ganze Familie an Verhaltensweisen hält, sind sie auch für die Kleinen selbstverständlich. Ständige Diskussionen können Sie sich dann ersparen. Am besten beginnen Sie jede Mahlzeit mit einem gemeinsamen Ritual wie einem Lied, einem Gebet oder einem Tischspruch. Auch möglichst gleich bleibende Essenszeiten sind für Kinder wichtig. Sie strukturieren den Tag und verhindern ständiges „Nebenheressen“. Eine feste Sitzordnung gibt Kindern Orientierung. Wenn Mahlzeiten, Zwischenmahlzeiten und auch Kleinigkeiten am Esstisch verzehrt werden, kann sich Ihr Kind auf das Essen konzentrieren und merkt, wann es satt ist. Kinder, die abgelenkt sind, haben kein Gefühl für Hunger und Sättigung.

Tipp: Kinder mögen Rituale – auch beim Essen, z. B. immer den gleichen Essplatz, den gleichen Teller und den gleichen Löffel.

Essensmenge selbst bestimmen

Jeder sollte selbst bestimmen dürfen, wie viel er essen möchte. Geben Sie kleinen Kindern nur eine kleine überschaubare Menge auf den Teller und legen dann besser noch einmal nach. Sobald es Ihr Kind kann, darf es sich selbst schöpfen – so lernt es seinen Hunger einzuschätzen. Ermuntern Sie Ihr Kind von allem, was auf dem Tisch steht zu probieren, aber zwingen Sie es nicht. Selbst die besten Esser mögen nicht alles. Ändern Sie bei Ablehnung aber nicht gleich den Speiseplan, vielleicht schmeckt es beim nächsten Mal wieder. Lassen Sie sich Zeit mit den Mahlzeiten, setzen Sie aber eine Grenze. Wer nach 20-30 Minuten nicht aufgegessen hat, hat offensichtlich keinen Hunger mehr. Bei der nächsten Mahlzeit gibt es wieder was.

Tipp: Loben Sie Ihr Kind, wenn es neue Lebensmittel ausprobiert und zeigen Sie ihm, dass Sie das Essen genießen.

Angenehme Atmosphäre am Esstisch schaffen

Schaffen Sie eine entspannte Tischatmosphäre, auch wenn im Alltag nicht immer die Zeit dafür reicht. Ein schön gedeckter Tisch, eine Blume oder Kerze werden auch von den Kleinsten geschätzt, so lange sie außer Reichweite stehen. Streit und unangenehme Themen wie Probleme in der Schule sollten vor oder nach dem Essen geklärt werden. Denn eine heitere Atmosphäre bei Tisch steigert den Genuss. Über das Essen wird nicht gemeckert, denn das verdirbt den anderen den Appetit und verletzt den Koch. Fernsehen, Radio, Handys und Spielsachen stören bei Tisch nur.

Tipp: Vielleicht mögen Ihre Kinder das Tischdekorieren auch mal übernehmen.

Gemeinschaft mit der ganzen Familie

Gemeinsam essen ist nicht nur wichtig zum Sattwerden, es stärkt den Zusammenhalt der ganzen Familie. Hier wird gelacht, gescherzt und von den Erlebnissen des Tages erzählt. Es wird geteilt und Rücksicht aufeinander genommen. So fühlen sich Kinder angenommen, geborgen und übernehmen nach und nach die Wertvorstellungen ihrer Eltern. Außerdem schmeckt das Essen in Gesellschaft viel besser.



Quellen:

Das beste Essen für Kleinkinder, aid infodienst und Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2010)

Esspedition Kindergarten, aid infodienst und Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, 2007

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Familienmahlzeiten. abgerufen am 31.01.2017

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Grundlagen für ein gesundheitsbewusstes Essverhalten, abgerufen am 31.01.2017



Autorinnen: Sarah Bachmann, Sigrid Fellmeth, Dr. Claudia Müller
Bildautor: Lazi & Lazi

Bo 03/17

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