Service-Navigation

Suchfunktion

Schulkinder
  • 26.04.2012

Richtig Trinken - in der Schule und zu Hause

Kinder trinken_Landesbildstelle Baden

Ob Säfte, Softdrinks oder Eistee - das Angebot an süßen Getränken ist groß. Mineralwasser und verdünnte Saftschorlen sind die idealen Durstlöscher. Schule und Elternhaus können das Trinkverhalten von Kindern nachhaltig beeinflussen.

Warum trinken so wichtig ist

Während der menschliche Körper mehrere Tage ohne feste Nahrung auskommen kann, macht sich ein Wassermangel schnell bemerkbar. Für alle Stoffwechselvorgänge wird Wasser benötigt. Zwar besteht der menschliche Körper zu 50 - 80 % aus Wasser, aber gespeichert werden kann Wasser nicht. Ohne regelmäßige Flüssigkeitszufuhr wird das Blut dickflüssiger, die Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen verschlechtert sich und das Herz muss schwerer arbeiten. Ein Wasserverlust von zwei Prozent des Körpergewichts hat bereits Auswirkungen auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Gehirn und Muskeln werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, wodurch sich die Leistungskraft vermindert und die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen können Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. Ein längerfristiger milder Wassermangel kann das Risiko für Nierensteine erhöhen und die Entstehung von Harnwegsinfektionen, Verstopfung, Belastungsasthma und Herzinfarkt begünstigen.

Trinken - aber wie viel?

Der Flüssigkeitsbedarf ist für jedes Kind anders. Bei großer Hitze und körperlicher Aktivität verliert der Körper viel Wasser durch Schwitzen, es muss deshalb mehr Flüssigkeit aufgenommen werden. Auch bei Erkrankungen wie Fieber oder Durchfall ist der Wasserbedarf erhöht.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Richtwerte für die tägliche Zufuhr von Wasser herausgegeben, die in der Größenordnung von etwa einem Liter liegen. Mit dem Alter der Kinder steigt der Wasserbedarf.

Tabelle 1: Richtwerte für die Zufuhr von Wasser bei Kindern (DGE)

Alter

Wasserzufuhr durch Getränke (ml/Tag)

1 bis 4 Jahre

820

4 bis 7 Jahre

940

7 bis 10 Jahre

970

10 bis 13 Jahre

1.170

13 bis 15 Jahre

1.330


Stress oder das Toben mit Freunden, können das Durstgefühl von Kindern überspielen. Damit Durst erst gar nicht entsteht, ist es wichtig, regelmäßig zu trinken.

Ideale Durstlöscher

Die Ergebnisse der KiGGS-Studie zeigen, dass Kinder und Jugendliche bevorzugt Mineralwasser, Softdrinks, Säfte und Milch trinken. Mineralwasser und Trinkwasser sind die besten Durstlöscher. Milchmix- und Saftgetränke hingegen sind so nährstoff- und kalorienreich, dass sie eher als Zwischenmahlzeit dienen. Man unterscheidet geeignete, weniger geeignete und ungeeignete Getränke:

Tabelle 2: geeignete, weniger geeignete, ungeeignete Getränke (MLR 2008)

geeignet

weniger geeignet

nicht geeignet

Mineralwasser, Leitungswasser

Fruchtsäfte pur

schwarzer Tee, Bohnenkaffee

ungesüßte Früchte- und Kräutertees

Fruchtsaftgetränke und Nektare

Colagetränke, Energy-Drinks

stark verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte

Limonaden, Brausen

Eistee, süßstoffhaltige Getränke

Alkoholische Getränke sind grundsätzlich verboten.

Trinken in der Schule

Kinder und Jugendliche trinken zu wenig, besonders in der Schule. Das ist das Ergebnis einer Schülerbefragung der Universität Paderborn. 23,9 % der befragten SchülerInnen trinken nichts oder nur selten im Laufe des Vormittags. Selbst zum Frühstück trinkt jeder Achte nie oder nur selten etwas. Die aktuelle Blattwerk-Media-Studie gibt Hinweise auf das Verbesserungspotenzial bezüglich der Trinkversorgung an Schulen. Dreiviertel der befragten Lehrer, Direktoren und Hausmeister bestätigen, dass Schulanfänger noch nicht fähig sind, sich selbstständig um ausreichendes Trinken zu kümmern. Kinder und Eltern müssen deshalb verstärkt für das Thema sensibilisiert werden. An 95% der befragten Schulen ist das Trinken im Unterricht erlaubt. Trotzdem werden Durstlöscher wie Mineralwasser und Saftschorlen nur an wenigen Schulen angeboten und nur 20 % der Kinder bringen sich Getränke von zu Hause mit. Die Trinkversorgung an den Schulen ist damit optimierungsbedürftig.

Ein Flüssigkeitsmangel wirkt sich auch auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und damit auf die schulische Leistung aus. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler im Schulalltag ausreichend trinken können. Eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung zeigt: Wasserspender wirken positiv in Schulen. Dadurch trinken Kinder täglich mehr Wasser und weniger süße Getränke. Normalgewichtige Kinder, die an der Studie teilnahmen, haben ein geringeres Risiko übergewichtig zu werden, als Kinder, die nicht beteiligt waren. Ein weiterer positiver Effekt: Bei einer kostenlosen Getränkeversorgung in der Schule, müssen Getränke nicht mehr von zu Hause mitgebracht werden. Das Gewicht des Schulranzens wird geringer. Die Aktion „Trinkfit - mach mit“ setzt sich beispielsweise für die Ausstattung von Schulen mit Wasserspendern ein.

Das können Eltern tun

  • geeignete Getränke, wie Trinkwasser sollten immer bereit stehen
  • an heißen Tagen oder beim Sport, sollten Sie Ihr Kind zum Trinken animieren
  • geben Sie Ihrem Kind ein Getränk in die Schule mit
  • zu jeder Mahlzeit sollte Ihr Kind trinken dürfen
  • ein Strohhalm macht das Trinken interessanter
  • seien Sie Vorbild - trinken Sie selbst häufig Wasser


Quellen:


Autorin: Ann-Katrin Hillenbrand
Bildautor: Landesbildstelle Baden


Hil 04/12

 Infodienst

Fußleiste