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Essen und Trinken
  • 21.04.2016

Schnell und unkompliziert: Trotz Stress gut essen

Foto: Jan Potente

Im hektischen Alltag ist Essen für viele Menschen zur Nebensache geworden: Noch schnell ein Sandwich in der S-Bahn, ein paar Kekse, bevor es ins nächste Meeting geht und den Kaffee gibt es sowieso nur noch „To Go“. Da bleibt der Genuss oft auf der Strecke. Doch das muss nicht sein.

Was macht Stress mit unserem Körper?

Wenn der Chef im Büro Druck macht, muss es schnell gehen. Die innere Anspannung führt dazu, dass der Körper bestimmte Hormone wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet. Das Blut wird in Herz, Gehirn und Muskeln gepumpt, um volle Leistung bringen zu können. Blutdruck und Puls steigen, während sich die Verdauung verlangsamt. Das hat in früheren Zeiten das Überleben gesichert, als der Mensch noch vor dem Tiger fliehen musste.

Stressesser und Stresshungerer - welcher Typ sind Sie?

Heute ist Stress, sei es im Beruf oder im Privatleben, ein fester Bestandteil des Lebens und lässt sich kaum verhindern. Die Nervosität beeinflusst bei den meisten Menschen maßgeblich das Essverhalten. Nicht jeder reagiert gleich: Manche essen in hektischen Situationen viel zu viel. Der Schokoriegel wird zur „Nervennahrung", die zwar kurzfristig die Stimmung hebt. Zucker- und fettreiche Snacks werden jedoch meist unkontrolliert und nebenbei gegessen, was langfristig zu „Kummerspeck" führt und das Gewicht ansteigen lässt. Daneben gibt es Stresshungerer, denen Ärger und Kummer auf den Magen schlagen. Sie leiden unter Appetitlosigkeit und Übelkeit. Bei anhaltenden Belastungssituationen essen sie zu wenig oder vergessen schlicht, zu essen und verlieren dadurch an Gewicht.

Weshalb einige Menschen bei Stress mehr und andere weniger essen, ist nicht eindeutig geklärt. Heißhungerattacken können auf den erhöhten Energiebedarf des Gehirns in Belastungssituationen zurückgeführt werden. Andererseits ist der Körper bei Stress im „Flucht- und Kampfmodus" und hat biologisch gesehen keine Zeit für die Nahrungsaufnahme. Auch Kindheitserlebnisse können das Essverhalten beeinflussen: Wer früher mit einem Eis oder Schokoriegel getröstet wurde, neigt oft auch als Erwachsener zu solchen Verhaltensmustern.

Essen mit Genuss: So gelingt der Ausstieg aus der Stressfalle

Auch im hektischen Alltag ist gutes Essen wichtig. Damit es leichter gelingt, ein paar Tipps:

  • Beginnen Sie den Tag in Ruhe und mit einem guten Frühstück. Das füllt die Energiespeicher und beugt Heißhungerattacken vor. Ein Vollkornmüsli mit frischen Früchten ist beispielsweise eine gute Wahl. Stellen Sie am Abend schon Schälchen und Müsli parat, dann geht es morgens schneller.
  • Versuchen Sie regelmäßige Mahlzeiten – auch wenn es nur kleine sind – bewusst und nicht nebenbei am Schreibtisch zu essen. Sorgen Sie für Genussmomente. Das kann schon mit einem Apfel gelingen.
  • Machen Sie sich bewusst, warum Sie gerade essen – aus Frust, Langeweile oder Gewohnheit? Warten Sie besser auf den „echten Hunger".
  • Essen Sie abwechslungsreich und setzen Sie auf die Vielfalt unserer Lebensmittel. So muss es nicht immer Pasta sein. Wie wäre es mal mit Couscous oder Bulgur? Wer wenig Zeit hat, kann für mehrere Tage vorkochen. Bereiten Sie Salate und Suppen zu, die Sie ins Büro mitnehmen können.
  • Knabbern Sie bei Nervosität Gemüsesticks, Obst oder Nüsse. Auch zuckerfreie Kaugummis sind eine gute Alternative zu Schokolade und Co. Bei Heißhunger füllt ein Glas Wasser vor dem Essen den Magen.
  • Gegen Appetitlosigkeit helfen flüssige und weiche Lebensmittel wie Joghurt mit Obst, ein Smoothie oder ein Glas Saft.
  • Entschleunigen Sie den Alltag und machen Sie regelmäßig Pausen. Sport und ein Spaziergang an der frischen Luft schaffen einen Ausgleich zu den täglichen Anforderungen. Eine Auszeit kann auch eine Mahlzeit sein.

Weitere Anregungen und Mitmachangebote finden Sie auf der Internetseite MACH´S MAHL - Gutes Essen für Baden-Württemberg: https://machs-mahl.de/

Quellen:


Autorin: Dr. Claudia Müller, Bonn
Bildautor: Jan Potente

Ste 04/2016

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